Unsere Meinung

Bitte nicht Nachahmen

Quelle: Anzeigen-Echo, Oberberg 03.03.21 – Gut gemeint aber ehr schädlich

Sicherlich ist es gut gemeint, aber deswegen muss es nicht gut sein…

Die Bienenvölker werden vor dem Winter ausreichend von den Imkerinnen und Imkern mit Winterfutter versorgt. Ein Füttern von Bienenvölkern hat immer im Volk zu erfolgen, da sich an einer offenen Quelle,  Bienen von verschiedenen Völkern treffen und Krankheiten übertragen werden können.

Wenn jetzt viele Menschen ebenso eine Futterschale aufstellen und dies auch noch zur  Blütezeit der Obstbäume machen würden, kann es zu einer Verfälschung des Honigs kommen. Dabei darf ein Honig nicht verfälscht werden, es darf nur Nektar von Blüten sein oder bei einer Waldtracht von Honigtau.

Mit Zuckerwasser vermischter Honig ist nicht mehr verkehrsfähig.

Weitere Menschen könnten nach diesem Artikel auf die Idee kommen, statt der Futterschale Honiggläser zum „Auslecken“ aufzustellen. Dabei sind die Honige aus nicht EU-Ländern eine Quelle für Faulbrutsporen und die Völker könnten erkranken. Die amerikanische Faulbrut ist eine gefährliche, meldepflichtige Krankheit von Honigbienen und sehr ansteckend.

Die im obigen Bild fotografierten Bienen Ende Februar/Anfang März sind Honigbienen und nicht Wildbienen. Honigbienen sind aber von ihren Imkerinnen und Imkern bestens versorgt.

Wildbienen erscheinen erst im Laufe des Monats März, wenn die Temperaturen entsprechend sind. Sie würden solche Futterschalen auch nicht gruppenweise anfliegen. Zunächst sind  neben Hummelköniginnen, die Gehörnte Mauerbiene und die Rote Mauerbiene zu sehen.

Bekannt ist mittlerweile, dass das Flügeldeformationsvirus und auch Nosema von Honigbienen auf Hummeln übertragen werden können. Auch das verbietet das Aufstellen solcher Futterquellen.

Wer also etwas für Honigbienen, Wildbienen und Co.  tun möchte, sollte sich erst einmal intensiv mit der Thematik beschäftigen und vor allem für eine ausreichende Blütenpracht vom Frühjahr bis zum Spätsommer sorgen.

Wichtig dabei ist, nur ungefüllte Blütenpflanzen auszusäen bzw. zu setzen und am allerbesten ist es, dabei auf eine heimische Pflanzenvielfalt zu achten.

Das Einrichten von Zuckerwasserstellen ist blinder Aktionismus und zudem ein gefährlicher Ansatz für die Bienen.

Als erste Tracht bieten sich z.B. Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge, Wildtulpen, Narzissen und die Schneeheide an. Auch früh blühende Sträucher werden gerne angeflogen, wie z.B. die  Kornelkirsche.

Informationen dazu findet man z.B.  bei:

www.Nabu.de
www.bluehende-landschaft.de
www.wildbienen.de/wbs-fpfl.htm

Unsere Bitte, ahmen Sie bitte das Füttern der Bienen nicht nach.

(Allerdings kann man einzelnen, um diese Jahreszeit auftretenden, erschöpften Hummelköniginnen mit einem Tropfen (!) folgender Futterlösung helfen:

1 Teil Zucker, 2 Teile Fruchtzucker, 1,5 Teile Wasser, kalt verrühren

Co-Autorin Angelika Leistikow

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